Vegetarisch grillen: Lohnt sich ein Holzkohlegrill für Vegetarier?

Die Winterjacken, Schals und Mützen werden wieder aus der Garderobe verbannt, die Temperaturen klettern auf über 20°C und in Sonnenbrille wird ausgepackt. Der Winter ist offiziell vorbei! Die ersten warmen Frühlingsnachmittage bedeuten für viele Menschen vor allem eines: den Beginn der Grillsaison.

Nun ist es also wieder so weit. Über die Theken der Supermärkte wandern Steaks, Burgerlaibchen oder Rippchen. So war es zumindest bis vor nicht all zu langer Zeit. In den letzten Jahren ist aber der Vegetarismus als eindeutiger Trend zu erkennen. Obwohl bislang das Motto begeisterter Grillmeister „Hauptsache Fleisch“ war, geht nun die Tendenz mehr und mehr in Richtung Gemüse. Für viele Grillliebhaber steht nicht mehr nur der Genuss, sondern auch die Gesundheit und Nachhaltigkeit im Fokus. Trotzdem kommt besagter Genuss nicht zu kurz, denn das Angebot an Rezepten und Anleitungen für vegetarische Grillsensationen ist schier unendlich. Mit dem richtigen Grill und ein bisschen Kreativität kann das Grillen für die ganze Familie zum Erlebnis werden – trotz, oder eben gerade wegen des Verzichts auf Fleisch.

Gas- oder Holzkohlegrill?

Bei der Diskussion über den richtigen Grill scheiden sich die Geister. Die Entscheidung zwischen Gas- bzw. Elektrogrill und Holzkohlegrill ist keine leichte. Die schnelle Einsatzfähigkeit des Gas- oder Elektrogrills ist ein Vorteil für viele Wohnungsbesitzer, deren Grillmöglichkeit sich auf eine kleine Terrasse oder einen Balkon beschränkt. Wahre Grillliebhaber schwören jedoch auf den Holzkohlegrill. Mit dem rauchigen Aroma, den dieser verbreitet, sorgt er für das ultimative Grillerlebnis, was sich auch im Geschmack des Grillguts bemerkbar macht.Toller Holzkohlegrill

Welcher Holzkohlegrill eignet sich am besten für vegetarische Gerichte?

Der Begriff „Holzkohlegrill“ kann in mehrere Unterkategorien geteilt werden. Besonders gut zum Grillen vegetarischer Gerichte eignet sich der Kugelgrill, da dieser im Gegensatz zu offenen Grillformen leichter zu kontrollieren ist und man die Hitze besser regulieren kann. Außerdem wird die Wärme im Inneren behalten, wodurch das Grillgut, sei es Fleisch oder Gemüse, schneller seinen Garpunkt erreicht. Da der Holzkohlegrill in der Regel relativ lange braucht, bis die für das Grillen nötige Glut entsteht, lohnt es sich für das schnelle Grillvergnügen, Holzkohle zu verwenden. Wer mehr Zeit hat, kann es mit Briketts versuchen. Diese erfordern zwar mehr Geduld, halten dann aber auch deutlich länger durch. Für die perfekte Kombination aus beidem kann man Holzkohle und Briketts natürlich auch mischen. Geht es um den Kauf eines Holzkohle-, insbesondere eines Kugelgrills, gilt: Zu klein kann er nicht sein. Selbst wenn nur für zwei Personen gegrillt wird, sollte man vom Kauf eines unter 57cm großen (Durchmesser) Grills absehen. Um die besten Holzkohlegrills zu finden, sollte man sich vor dem Kauf ausreichend erkundigen.

Worauf muss man beim Grillen von Gemüse achten?

Nicht nur Vegetarier schwören auf Grillgemüse. Auch Fleischliebhaber sympathisieren zunehmend mit der schmackhaften Alternative. Neben klassischen Gemüsesorten wie Zucchini, Paprika, Champignons oder Maiskolben liegen neuerdings auch Kürbis, Spargel, Süßkartoffel und sogar Avocado auf den Tellern der Nation. Bei der Zubereitung dieser Leckerbissen ist allerdings einiges zu beachten. Hier also 5 Tipps zum Grillen von Gemüse:

  1. Gemüse verbrennt schneller als Fleisch. Deshalb sollten vegetarische Zutaten nie direkt über der Glut, sondern eher am Rand in einem Grillpäckchen gegrillt werden. Auch Grillschalen sind hilfreich für die Zubereitung von Gemüse, da durch diese die Nährstoffe nicht so leicht verloren gehen.
  2. Nicht auf Öl verzichten. Nicht mariniertes Gemüse sollte erst gewaschen und danach mit Öl eingepinselt werden, da es sonst am Rost oder an der Schale festklebt. Dazu hat sich Sonnenblumen- oder Rapsöl bewährt. Olivenöl ist aufgrund seiner geringeren Hitzebeständigkeit weniger geeignet.
  3. Besonders gut eignen sich wasserarme Gemüsesorten wie Zucchini, Paprika, Kartoffeln oder Mais. Wasserhaltigeres Gemüse wird beim Grillen leicht schlapp und nicht knackig. Einen ähnlichen Effekt hat Salz auf die Veggies. Deshalb sollte erst nach dem Grillen gesalzen werden.
  4. Kleineres Gemüse wie Champignons oder auch Zucchinischeiben können zu Gemüsespießen verarbeitet werden. Die kleinen Kunstwerke sehen nicht nur toll aus, sondern sind auch echte Vitaminbomben. Um die Holzspieße vor dem Verkohlen zu bewahren, können sie vor dem Einsatz eine Stunde lang in Wasser gelegt werden.
  5. Ein besonderes Aroma erhält das Grillgut am Holzkohlegrill, wenn Gewürze wie Rosmarin, Lavendel oder Thymian in die Kohle gemischt werden.

Grillkäse und Tofu richtig grillen

Wer sich nicht mit dem Gedanken an einen Grillabend nur mit Gemüse anfreunden kann, hat Glück. Ihm steht die Option offen, sich mit Fleischersatz wie Tofu, Tempeh oder Seitan kreativ auszuleben. Mit viel pflanzlichem Eiweiß, Spurenelementen und Vitaminen, dafür wenig Kohlenhydraten und Fett, punkten die häufig kritisierten Speisen. Richtig mariniert ist der Unterschied zum Steak kaum noch zu erkennen. Diese Leckereien, sowie Grillkäse wie Halloumi oder Feta, können direkt auf den Rost gelegt werden. Blauschimmelkäse, Mozzarella und Camembert sollten lieber in einer Grillschale verpackt oder zum Überbacken verwendet werden.

Nachtisch am Holzkohlegrill: Auch die Schleckermäuler können sich vom vegetarischen Grillen etwas abschauen. Obst fühlt sich am Holzkohlegrill sehr wohl, zum Beispiel Bananen, Äpfel, Birnen, Ananas, Pfirsich oder Feigen schmecken auch in warmer Form unglaublich lecker. Kombiniert mit etwas Zimt, flüssiger Schokolade oder einer Kugel Eis wird das Dessert unschlagbar.

Rezepte für vegetarische Grillideen

Nun wurde so lange von den vegetarischen Gaumenfreuden geschwärmt, dass abschließend natürlich auch ein paar konkrete Lieblingsrezepte angeführt werden müssen. Viel Spaß beim Probieren!

Gegrillte Avocado mit Tomatensalsa

  • 4 Avocados
  • 3 Tomaten fein gewürfelt
  • 2 Frühlingszwiebeln in feinen Ringen
  • 2 Knoblauchzehen fein gehackt
  • 1/2 Bund Petersilie glatt, fein gehackt
  • 1 EL Limettensaft
  • 1 TL Öl plus etwas mehr zum Bepinseln
  • Salz nach Belieben
  • Pfeffer frisch gemahlen, nach Belieben

Avocados halbieren und Kerne entfernen. Tomatenwürfel mit Frühlingszwiebeln, Knoblauch, Petersilie, Limettensaft und Olivenöl mischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Avocadohälften gründlich mit Öl bepinseln und für etwa 3–4 Minuten mit der Schnitt­fläche nach unten auf den Grill legen. Etwas Salz und Pfeffer auf die gegrillten Avocadohälften geben und mit Tomatensalsa füllen.

Marinade für gegrillten Tofu

  • 200g Tofu
  • 3 Esslöffel Olivenöl
  • 3 EL Tomatenmark
  • 3 Esslöffel Weißweinessig
  • 5 Esslöffel Sojasauce
  • 3 Knoblauchzehen
  • 1 kleines Stück Ingwer
  • 1 Esslöffel Honig
  • 1/2 Chilischote
  • Prise Salz
  • Prise Pfeffer
  • 1 Messerspitze Currypulver

Alle Zutaten verrühren und den Tofu zwei Stunden lang im Kühlschrank marinieren.


Gegrillte Schokobanane

  • 1 Banane
  • 50g Schokolade

Banane auf einer Seite einritzen. Schokolade in kleine Stücke schneiden und in den Schlitz stecken, sodass sie nicht mehr zu sehen ist. Banane auf den Grill legen, bis sie braun ist. Banane direkt aus der Schale herauslöffeln und genießen

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